Kirche Cremzow

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Die Kirche stellt sich dem Betrachter als ein turmloser, rechteckiger Feldsteinbau in Ost-West Richtung mit schmalen Fensteröffnungen und Satteldach dar. Die saubere und sorgfältige Bearbeitung der Feldsteine sowie die akkurate Schichtung der Steine des Außenmauerwerkes sprechen für eine zeitliche Einstufung des Bauwerkes in die Jahre um 1250. Von besonderer Schönheit ist der formenreiche Westgiebel. In der Mitte des unteren Drittels durchbricht ein dreifach abgestuftes Spitzbogenportal, wohl der ehemalige Haupteingang, die in vielen Farben leuchtende Feldsteinwand des Westwerkes. Darüber erhebt sich eine große, in Backstein ausgeführte Spitzbogenblende, in die unter einem verblendeten Radfenster und einem sogenannten deutschen Band, drei frühgotische Fenster eingelassen sind. Das obere Giebeldreieck ist verbrettert. Das fehlende Mauerwerk in der Giebelspitze deutet auf Zerstörungen und spätere Veränderungen hin. Die nachhaltigen Folgen des 30-jährigen Krieges und der späte wirtschaftliche Aufschwung machten den Wiederaufbau bzw. die Instandsetzung wohl erst in den Jahren um 1721 möglich. Aus dieser Zeit stammt die kupferne Wetterfahne, die im Winter 1991/1992 von der Spitze über dem Westgiebel herabgefallen ist. Sie trägt die Inschrift 1721. Wohl in dieser Zeit hat die Kirche einen kleinen Glockenturm erhalten. Als der Turm dann baufällig geworden und herabgestürzt war, erhielt die Kirche einen Dachreiter aus Fachwerk, der aber in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebrannt ist. Seit dieser Zeit hat die Kirche ihre heutige Gestalt. In die nördliche und südliche Langseite der Kirche sind jeweils fünf schmale Spitzbogenfenster von ca. 2 Meter Höhe und nur 20 cm Breite eingelassen. Wohl wegen der kleinen Fensteröffnungen und der schlechten Lichtverhältnisse im Innenraum wurde in späterer Zeit jeweils ein Fenster an der Nord- und an der Südseite vergrößert. Bemerkenswert sind auch die beiden Portale (Eingänge) an der Südseite der Kirche. Dabei dürfte der heutige Kircheneingang, der andere ist derzeit vermauert, wohl ursprünglich die sogenannte Priestertür gewesen sein. Diese Vermutung liegt nahe, da sich dieser Eingang im vorderen Bereich, also im Altarraum der Kirche befindet. Der aufmerksame Beobachter wird einen weiteren Raum mit vermauerten Zugang zur Kirche an der östlichen Nordwand entdecken. Hier handelt es sich aber um einen Durchgang von der Kirche zur Sakristei. In diesem Raum konnte sich der Pfarrer auf den Gottesdienst vorbereiten. Leider ist dieser Raum heute nicht mehr erhalten. Der Ostgiebel hat drei Spitzbogenfenster und ist im oberen Giebeldreieck ohne aufwendiges Blendwerk ganz schlicht gehalten. Die Ausstattung des Kirchraumes ist schlicht. So zeigt sich der Innenraum seinen Besuchern heute folgendermaßen: Hinter dem nun auch beheizbaren Gestühl erhebt sich die Orgelempore. Eine kleine, schmale Treppe führt hinauf zur Orgel. Manches ist in den letzten Jahren geschehen: Ausbesserungen am Dach und Dachstuhl, Verfugung am Mauerwerk sowie die Elektrifizierung der Kirche. Aber noch gibt es unübersehbar viel zu tun.