Heimatmuseum Brüssow

Vorschaubild

Am 22. November des Jahres 1964 wurde das Brüssower Heimatmuseum der Öffentlichkeit übergeben. Die Gebrüder Erich und Ernst Kesten hatten seit Jahren in und um Brüssow viele historische Gegenstände, wie Steinbeile und Steinäxte aus der Stein- und Bronzezeit, Waffen, Bilder, Schriftgut und alten Hausrat zusammengetragen, um sie eines Tages der Öffentlichkeit zu zeigen. In Brüssow war wiederholt auf ein Gebäude aufmerksam gemacht worden, das sich als Heimatmuseum eignen würde. Es handelte sich um die ehemalige Kirche der Altlutheraner. Aus diesem alten Gebäude sollte das Brüssower Museum werden. Bauliche Veränderungen waren notwendig, und die Brüssower Handwerker setzten sich sehr dafür ein. Als das Museum 1963 eingeweiht wurde, leiteten die Gebrüder Kesten die Führungen selbst. Danach führte Marga Müller, die im Jahre 1998 mit 60 Jahren als Museumsleiterin verabschiedet wurde, das Museum weiter. Über eineinhalb Jahrzehnte leitete Marga Müller das Museum und Tausende von Besuchern konnte sie dort begrüßen, u.a. Gäste aus den USA, Nachkommen der 1843 aus Brüssow, Bergholz, Wallmow, Plöwen und Nipperwiese ausgewanderten Anhänger der Kirche der Altlutheraner, unzählige Schulklassen aus nah und fern, die hier zusätzliche Geschichtskenntnisse erwarben. Viele alte Brüssower kamen nach Jahrzehnten wieder in ihre Heimatstadt und suchten das Museum auf, um Erinnerungen an Brüssow aufleben zu lassen.

Zum neuen Leiter des Brüssower Heimatmuseums wurde Günter Trester ernannt. Als gebürtiger Brüssower hat er sich schon in jungen Jahren für das Museum interessiert und auch schon viel darin mitgewirkt.

 

Öffnungszeiten

 

Heimatmuseum Brüssow

Karl Marx Straße 6 a

 

17326 Brüssow / Uckermark 

Telefon: 039742 / 80034

 

Ab April 2015 können sie das Museum

nach Absprache unter Tel. Nr. 039742/ 80360 oder 80700 besuchen

oder per Email an 

einen Termin vereinbaren.

 

 

 

Eintrittspreise:

 

 

 

Erwachsene 1,00 €

Kinder      0,50 Cent

Kindergruppen ab 10 Personen 0,25 Cent

 

 

Telefon (039742) 80034


Aktuelle Meldungen

Schenkung

(10.08.2018)

Am 10.08.2018 hatte das Heimatmuseum Brüssow Besuch ganz besonderer Art. Das Ehepaar Dieter Möhl und Christa Binder aus Brüggen-Bracht, nahe der Niederländischen Grenze, übergaben dem Museum 2 Bilder des Brüssower Malermeisters Walter Möhl aus dem Nachlass der Großeltern.

 

Walter Möhl (1892-1961) hat in seiner Freizeit eine Vielzahl von Bilder aller Art für Freunde und Bekannte, nach deren Wünsche, gemalt. Darunter waren auch Landschaftsbilder, die Möhl z.B. von Postkarten abmalte. So entstanden ist auch sicher das mitgebrachte Bild vom Sogne-Fjord in Norwegen (Notiz auf der Rückseite des Bildes). Wer die elegante Dame auf dem anderen Bild ist, ist nicht bekannt. Es könnte sich jedoch um eine Verwandte handeln, da sich ja das Bild im Familienbesitz befand.

Die Übergabe fand im Beisein von Mitgliedern des Museumsbeirates und des Brüssower Stadtpfarrers Matthias Gienke statt. Zu dessen Ordination im Jahre 2011 fand im Heimatmuseum eine Ausstellung über die Maler Walter und dessen Bruder Willi Möhl, der auch malte, statt. Zu diesem Anlass konnten wir nach einem Aufruf ca. 30 Bilder, alle in Privatbesitz, der interessierten Öffentlichkeit zeigen.

 

Das Ehepaar Möhl war sehr erfreut über die Bewahrung des Vermächtnis seiner Familienmitglieder. Im Auftrag des Bürgermeisters der Stadt Brüssow/ Uckermark, Herrn Michael Rakow, der leider nicht an der Übergabe teilnehmen konnte, möchten wir uns recht herzlich für diese Schenkung bedanken.

 

Die Bilder sind noch bis Jahresende im Museum ausgestellt.

 

Der Museumsbeirat

 

Fotos: Archiv Heimatmuseum

 

 

 

 

Günter Trester – 20 Jahre Museumsleiter im Heimatmuseum Brüssow

(19.06.2018)

Auf einer Tagung des Uckermärkischen Museumsverbandes in Brüssow, im Juni 1998, wurde die langjährige Leiterin des Museums, Marga Müller, vom damaligen Bürgermeister Klaus Wellmann verabschiedet. Zum neuen Leiter des Museums ernannte er den gebürtigen Brüssower Günter Trester. Dieser hatte sich schon in seiner Schulzeit für das Museum interessiert und als Jugendlicher bei den Präsentationen und Ausstellungen mitgewirkt. Bei der Eröffnung des Museums 1964 trug er sich als einer der ersten Besucher in das Gästebuch ein.

In den folgenden Jahren verbrachte er seine Freizeit oft im Museum und wirkte 1984 an der Renovierung und Einrichtung anlässlich der 725-Jahrfeier mit.

Als Museumsleiter organisierte er in den letzten 20 Jahren viele Ausstellungen, Veranstaltungen und Präsentationen von Schülern. Besondere Vorbereitungen betrafen die Umgestaltung des Museums zur 750-Jahrfeier. Auch zu den Internationalen Museumstagen

in den vergangenen Jahren wurden von ihm immer wieder Ausstellungen gemeinsam mit dem Museumsbeirat organisiert, die eng verbunden waren mit der Stadtgeschichte und außerdem einen Blick auf die Zukunft des Museums warfen.

Eines seiner besonderen Ziele ist die Umsetzung eines neu erstellten Konzepts für das Museum. Darin ist vorgesehen, die Stadtgeschichte in einer neu gestalteten Ausstellung zu zeigen. Ein spezielles Thema soll dabei die Auswanderung der Alt Lutheraner aus der Uckermark 1843 nach Amerika sein. Damit wird sich das Museum (Altlutherische Kirche seit 1857) als Alleinstellungsmerkmal präsentieren.

Foto zu Meldung: Günter Trester – 20 Jahre Museumsleiter im Heimatmuseum Brüssow

Besuch aus den USA zum Internationalen Museumstag 2018 in Brüssow

(18.05.2018)

Ein lange geplanter Besuch in Deutschland von Mitgliedern des Deutschen Auswanderermuseums „Das Haus und der Stall“ in Neu Bergholz NY wurde mit einem mehrtägigen Aufenthalt in Brüssow verbunden. Anlass dafür war der 175. Jahrestag der Auswanderung vieler hundert Menschen aus der Uckermark, besonders aus den Orten Brüssow, Bergholz, Wallmow und Fahrenwalde, sowie aus dem angrenzenden Pommern im Jahre 1843. Die Auswanderer, meist Mitglieder der Altlutherischen Kirche, nahmen den Verlust Ihrer Heimat schmerzhaft in Kauf, um ihres Glaubens Willen. Der Grund war die Schaffung einer Einheitskirche in Preußen, der sich die Altlutheraner machtvoll widersetzten, weil sie Ihren Glauben darin nicht genug berücksichtigt sahen.

In den USA gründeten sie Orte wie Neu Bergholz und Wallmow, benannt nach Ihren Uckermärkischen Heimatdörfern. Viele der Nachfahren leben noch heute dort und freuen sich, dass der Kontakt in die Uckermark wieder gepflegt wird. Unser Heimatmuseum steht schon seit vielen Jahren mit dem Museum in den USA, das sich in der Nähe der Niagara Wasserfälle befindet, in Verbindung. Die ehemalige Altlutherische Kirche, unser heutiges Museum in Brüssow, wurde nach Abschaffung der Einheitskirche von den hiergebliebenen Altlutheranern im Jahre 1859 erbaut. Seit einigen Jahren hegt der Museumsbeirat den Wunsch, in der alten, ehemaligen Kirche, an dieses Ereignis, welches ein Alleinstellungsmerkmal im Land Brandenburg hat, zu erinnern. Dazu wurde mit Unterstützung der Stadt Brüssow/ Uckermark und des Brandenburgischen Museumsverbandes ein Konzept von Historikern aus Berlin erarbeitet. Dieses beinhaltet die Umgestaltung des Hauses mit dem Thema Auswanderung im Mittelpunkt, umgeben von weiteren Höhepunkten aus der Brüssower Stadtgeschichte. Da dieses Vorhaben auch mit einigen baulichen Veränderungen verbunden ist, wollen wir Anfang des kommenden Jahres einen Antrag auf Fördermittel stellen. Die Stadt hat in diesem Jahr Mittel zur Erarbeitung eines Architektenplanes zur Verfügung gestellt. Im Amt Brüssow/ Uckermark werden dazu die Vorbereitungen getroffen.

Der Museumsbeirat organisierte für die Gäste aus den USA Elaine Timm, Cindy Sileo und Donald Schroeder, mit Unterstützung vieler Partner, ein interessantes Programm an 7 Tagen. Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten, und ganz herzlich bei den Dolmetschern, bedanken.

Begrüßt wurden Sie am Freitag, dem 11. Mai abends im Beisein von Mitgliedern des Museumsbeirates und des Stadtpfarrers Matthias Gienke bei einem kleinen Imbiss in der Stephanusstiftung „Haus am See“. Am Sonnabend hatten die Kirchengemeinde und die Heimatstube in Bergholz/ Uckermark zu einer Kaffeetafel und zu Wildschweinbraten am Abend eingeladen. Vertreter aus Bergholz haben einen Besuch im gleichnamigen Ort in den USA im Herbst dieses Jahr geplant.

Am Sonntag dann die Veranstaltung in Brüssow, anlässlich des „41. Internationalen Museumstages“ im Kulturhaus Kino. Gemeinsam mit dem Verein „Lebendiges Brüssow“, dem Tourismusverein „Brüssower Land e.V.“ und im Beisein vieler Brüssower und Gäste aus Nah und Fern sahen wir den im Jahre 2016, durch den RBB produzierten Dokumentarfilm „Little Uckermark“. Der Bürgermeister Michael Rakow überreichte den Amerikanern zur Begrüßung Gastgeschenke. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze mit Liedern des Uckermärkischen Heimatdichters Max Lindow, vorgetragen von seiner Tochter Frau Dr. Annegret Lindow.

In New Bergholz NY trifft man sich noch regelmäßig, um Plattdeutsch zu sprechen. Deshalb wurde diese Veranstaltung genutzt, um Lehrbücher in Uckermärker Platt zu überreichen, verbunden mit einer Einladung ins Dominikanerkloster Prenzlau an unsere amerikanischen Gäste durch Frau Doris Meinke, Mitarbeiterin im Stadtarchiv Prenzlau. Sie regte auch an diesem Vormittag eine Kooperation mit der „Regenbogen Gesamtschule“ Brüssow zur Bewahrung der Mundart an. Ein gemeinsames Grillen und Gespräche mit Interessenten dieser freundschaftlichen Beziehung zu unserem Schwestermuseum in den USA, rundete den Museumstag, der unter dem Motto: „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ stattfand, ab.

Ebenfalls anwesend war die freie Journalistin Frau Dr. Hannegret Biesenbaum aus Berlin. Sie hatte sich auf Empfehlung des Brandenburgischen Museumsverbandes bei uns angemeldet und möchte im Hörfunk, in einer einstündigen Sendung, zum aktuellen Thema “Migration/Flucht - damals wie heute“ mit vielen Interviews, auch vom Brüssower Museumstag, berichten.

Nachmittags waren wir mit unseren Gästen zum Jahresempfang des Brüssower Orgelvereins in die Kirche des Ortsteils Wollschow und einem anschließenden Besuch auf dem Kunsthof der Familie Nürnberger eingeladen.

Am Montag dann ein Gespräch im Heimatmuseum und anschließend ein Besuch in der Stadtkirche zur Einsichtnahme in die Kirchenbücher. Alle 3 Gäste haben Ihre Vorfahren in der Brüssower Umgebung und sind sehr interessiert an Ihrer Familiengeschichte. Frau Heiderose Richter stellte für unser Treffen ein eigens dafür zusammengestelltes Fotobuch von den zurückliegenden Besuchen der Amerikaner kostenlos zur Verfügung. Dafür ein herzliches Dankeschön, auch von unseren Gästen. Frau Elaine Timm, Schatzmeisterin des „Vereins der Norddeutschen Siedlungen im Westen von New York“, dem Träger des kleinen Museums, die schon das vierte Mal bei uns zu Gast war, wird dafür in dem kleinen Museum in New Bergholz NY einen würdigen Platz finden. Frau Richter begleitete als Fotografin die Amerikaner auch beim ganztägigen Aufenthalt am nächsten Tag in Prenzlau.

Die Fotos von den gesamten Tagen des Besuches veröffentlichen wir auf der Homepage des Amtes Brüssow/ Uckermark unter Schnappschüsse.

Am Mittwoch, dem 15. Mai, haben wir die Einsicht in die Kirchenbücher von Penkun organisiert, die auch von Interesse waren. Auf dem Programm am Donnerstag stand ein Ausflug in die benachbarte polnische Metropole Stettin. Dazu hatte die Kirchengemeinde Brüssow eingeladen. Auf diesen Ausflug, der schon lange vorher angekündigt war, hatten sich die Amerikaner besonders gefreut. Gemeinsam mit Mitgliedern der Kirchengemeinde in Bergholz/ Uckermark fand eine Stadtbesichtigung statt, die mit einem gemeinsamen Abendessen endete.

Den letzten Tag des Aufenthaltes nutzte der Museumsbeirat, um mit dem Museum „Das Haus und der Stall“ in New Bergholz NY eine geplante gemeinsame Kooperationsvereinbarung zu besprechen. In dieser wollen wir das gegenseitige Interesse einer weiteren Zusammenarbeit zum Ausdruck bringen. Diese wird dann nach Unterzeichnung in würdigem Rahmen in den beiden Museen zu besichtigen sein.

Frau Elaine Timm trug sich in das Gästebuch unseres Heimatmuseums mit folgenden Worten ein: „Meinen Besuch in Brüssow, anlässlich des 175. Jahrestages der Altlutherischen Auswanderung, genoss ich sehr. Das Museum hat viele wundervolle Ausstellungsstücke und Artefakte. Ich hoffe die Beziehung zwischen dem Partnermuseum und unserem Museum „Das Haus und der Stall“ in Bergholz, New York, USA, wird sich weiter festigen.“ Elaine Timm, Niagara Falls, New York, USA 18.05.2018

Museumsbeirat des Heimatmuseums Brüssow

Foto zu Meldung: Besuch aus den USA zum Internationalen Museumstag 2018 in Brüssow

40. Internationaler Museumstag 2017 im Heimatmuseum Brüssow

(24.04.2017)

40. Internationaler Museumstag 2017 im Heimatmuseum Brüssow

Unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ findet der diesjährige Museumstag, wieder wie gewohnt, mit einem spannenden Thema aus der Brüssower Geschichte statt. Wir wollen zum Auftakt der Feierlichkeiten „170 Jahre Diakonie in Brüssow“ an die diakonische Arbeit in unserer kleinen uckermärkischen Stadt, mit der Entstehung des „Rothen Hauses“ für verwahrloste Kinder der Uckermark im Jahre 1847 bis hin zur Gründung der Einrichtung der Stephanus-Stiftung „Wohnen und Pflege - Haus am See“, erinnern.

Die Stephanus-Stiftung ist ein christliches, gemeinnütziges Unternehmen und Mitglied im Dachverband Diakonie Deutschland.

Dazu erwarten wir am Sonntag, dem 21. Mai 2017 um 10:00 Uhr den Vorstandsvorsitzenden der Stephanus-Stiftung Berlin und Brandenburg Herrn Pastor Torsten Silberbach.

Mit einer kleinen Präsentation von Dokumenten und Fotos möchte der Museumsbeirat aus der Sammlung unseres Heimatmuseums über dieses Ereignis berichten.

 

Der Museumsbeirat

 

 

Foto zu Meldung: 40. Internationaler Museumstag 2017 im Heimatmuseum Brüssow

Ausstellung im Brüssower Heimatmuseum

(11.05.2016)

In diesem Jahr jährt sich zum 120. mal die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Brüssow.

Der Museumsbeirat nimmt dieses Ereigniss zum Anlaß, in einer Sonderausstellung an die 120-jährige Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr zu erinnern. Diese wurde durch den Museumsbeirat und den Fachausschuss Feuerwehrhistorik gemeinsam konzeptiert und gestaltet. In der Sonderausstellung wird die "Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte" Brüssows in 4 Zeitetappen dargestellt:

  • Die Zeit vor der Gründung
  • 1896 – 1945
  • 1945 – 1990
  • 1990 – bis zur Gegenwart

An die ehemalige Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer und an die Jugendfeuerwehr wird ebenso erinnert wie an die Bildung und Entwicklung der Amtsfeuerwehr Brüssow.

Interessante Sachgegenstände und umfangereiches Bildmaterial geben einen Einblick in die Geschichte der Brüssower Feuerwehr. Aus dem Archiv des Heimatmuseums wird auch eine Kopie der "Instruktion für die Löschmannschaften und Mannschaften zur Rettung und Bewachung von Gegenständen" der Stadt Brüssow vom 16. Februar 1870 gezeigt. Das Original befindet sich ebenfalls in unserem Museum.

Am Vortag des Weltmuseumstages, am 21. Mai 2016, wird die Sonderausstellung, während der Feierlichkeiten zur 120- Jahrfeier, gegen 16:00 Uhr offiziell eröfnet. Darüber hinaus wird die Sonderausstellung auch zum Museumstag ab 13:00 Uhr und während der ganzen Ausstellungssaison 2016 gezeigt. In dieser Zeit kann die Brüssower Stadtgeschichte nur in eingeschränkter Form dargestellt werden. Die Öffnungszeiten erfolgen zur Zeit noch nach vorheriger Vereinbarung unter Tourismusverein "Brüssower Land" e.V., Tel. 039742/ 80360 oder 80700

und per E-Mail: museum-stadt-bruessow@t-online.de

 

Der Museumsbeirat

Foto zu Meldung: Ausstellung im Brüssower Heimatmuseum

38. Internationaler Museumstag

(04.05.2015)

 

Vortrag mit anschließender Diskussion

Prof. Dr. Hans-Dieter Wallschläger, Berlin

Nur um des Glaubens Willen? – Ursachen und Verlauf der Auswanderungen nach Amerika im 19. Jahrhundert

Heimatmuseum Brüssow/ Uckermark

am Sonntag, dem 17. Mai 2015

Beginn: 10:00 Uhr

 

Prof. Dr. Hans-Dieter Wallschläger, Berlin

Nur um des Glaubens Willen? – Ursachen und Verlauf der Auswanderungen nach Amerika im 19. Jahrhundert

Wer waren die Menschen, die beginnend mit der Mitte der 1830 Jahre zu tausenden ihre Heimat in den preußischen Provinzen Brandenburg, Pommern und Schlesien verließen, um nach einer gefahrvollen Überquerung des Atlantik einer ungewissen Zukunft im fernen Nordamerika entgegen zu sehen? Was brachte sie dazu, ihr bisheriges sicheres Leben aufzugeben?

Es gibt viele Versuche, Antworten auf diese Fragen zu finden, doch fallen diese recht unterschiedlich aus: so wird einerseits vermutet, dass die Unterdrückung der in Fanatismus mündenden  religiösen Separation einer großen Gruppe von Gläubigen durch König und Regierung Auslöser der Auswanderung war, oder, dass die nach der Befreiung von der napoleonischen Besetzung eingeleiteten wirtschaftlichen Veränderungen in weiten Kreisen der ländlichen Bevölkerung zur Verschlechterung der Lebenslage und zur Perspektivlosigkeit führten.

Doch wird heute von vielen Historikern wieder daran erinnert, dass bereits Karl Marx den Ausspruch „Männer (oder besser Menschen) machen Geschichte“ geprägt hat und stellen damit die eigentlichen Akteure in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen. Dieser Betrachtungsweise wollen wir am Beispiel des hiesigen Ortes folgen. Auch hier im uckermärkischen Brüssow und in den umliegenden Orten wie Wallmow, Menkin, Bergholz und bis hin nach Angermünde fanden sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele Menschen zusammen,  um ihre Unzufriedenheit mit der damaligen staatlichen und besonders kirchlichen Ordnung Ausdruck zu geben. Diese von Laienpredigern (Vorlesern) geleiteten Konventikel führten zur Spaltung ganzer Kirchgemeinden, was später durch Pastoren der schlesischen und pommerschen evangelisch-altlutherischen Glaubensrichtung befördert wurde und letztendlich zwischen 1843 und 1846 in mehrere größere Auswanderungswellen nach Amerika mündete.

Am Beispiel einiger beteiligter Personen, wie des Zimmergesellen und Laienpredigers  Bagans, des landeskirchlichen Pastors und Superintendenten Büchsel und der altlutherischen Pastoren Lasius, Kindermann und Ehrenström wird versucht, die Rolle dieser Personen aufzuklären. Dabei findet die räumliche Nähe zur Region Hinterpommern besondere Beachtung, da dort größtenteils von denselben Personen bewirkte ähnliche Ereignisse abliefen.

Auftaktveranstaltung im diesjährigen 50. Jubiläumsjahr

(25.03.2014)

,,Vertell uns wat up Platt“  ist das Thema, zu dem wir alle Einwohner der Stadt und der Gemeinden recht herzlich einladen möchten.

Am Sonntag den 18. Mai, am Internationalen Museumstag, begrüßen wir um 14.00 Uhr Frau Dr. Annegret Lindow, Tochter des Heimatdichters Max Lindow, bei uns im Museum. Sie wird zusammen mit der Singegemeinschaft Brüssow ein Programm gestalten und uns aus Werken ihres Vaters vorlesen und ,,vertellen“. Dazu sind alle interessierten Einwohner eingeladen und in Gesprächen soll an die Plattdeutsche Sprache erinnert werden und auch an unsere Heimatdichter aus Brüssow Erich Kesten, Günter Stolzmann und Richard Sendke. Sie haben in Ihren Plattdeutschen  Gedichten und Liedern über unsere Stadt und die Uckermark berichtet.

Einige Einwohner der Stadt sprechen noch heute die Sprache ihrer Väter und Großväter. Wir möchten sie einladen, sich an diesem Nachmittag  bei Liedern und Gedichten, Kaffee und Kuchen, mit uns zu unterhalten, nach dem Motto ,,Vertell uns wat up Platt“.

Foto zu Meldung: Auftaktveranstaltung im diesjährigen 50. Jubiläumsjahr

Entwurzelt aus Preussen - Verpflanzt nach Amerika

(05.10.2012)

Unter diesem Titel  wurde 1991 ein Buch in Buffalo, New York zur Erinnerung an den 150. Jahrestag der Preussisch – Lutherischen Auswanderung in die Stadt Wheatfield, New York verlegt.

Geschrieben hat es Eugene W. Camann (1921 – 2006),  dessen Vorfahren 1843 in Brüssow ansässig waren. Es ist eine historische Erzählung, die die Auswanderung der Preussischen Lutheraner nach Amerika 1843 zum Inhalt hat, ebenso die Niederlassungen, die sie in Wheatfield, N.Y. einrichteten. Es verfolgt den Hintergrund von Familiengruppen, die aus deutschen Gemeinden nahe der heutigen nördlichen Grenze zwischen Deutschland und Polen kamen. Die Erzählung folgt den Auswanderern auf Segelschiffen über den Atlantischen Ozean nach Amerika, wo sie drei Grundstücke für ihre Niederlassung in der ,,Town of Wheatfield“(Stadt ,,Weizenfeld“) aussuchten.

In den einzelnen Kapiteln wird  über die drei Orte ,,Martinsville“ - ,,Neu Bergholz“ und

,,Neu Wallmow“  berichtet, über die Beweggründe  für die Auswanderung, den Reiseverlauf und den Neubeginn in den einzelnen Orten. Ein recht umfangreicher Anhang ergänzt die Erzählung mit dokumentierten Details.

Das Buch wurde 2004 in der Sechsten Auflage auf Englisch verlegt und konnte bisher immer nur von Lesern genutzt werden, die Englisch Kenntnisse haben.

Anlässlich des 725. Geburtstages der Gemeinde Bergholz/Uckermark waren drei Besucher aus Niagara Falls/Bergholz-New York – USA angereist. Ihre Vorfahren segelten 1843 über den Atlantik.

Elaine Timm, Brigitte Shackleton und Donald Schröder wohnten  vier Tage in Brüssow und unternahmen in dieser Zeit Ausflüge in die benachbarten Orte, um in alten Kirchenbüchern nach Wurzeln ihrer Vorfahren zu suchen.

Sie waren am Sonnabend dem 1. September Gäste in Bergholz/Uckermark. Elaine Timm bedankte sich auf dem Festprogramm beim Bergholzer Geschichtskreis und der Heimatstube dafür, dass die Geschichte ihrer Vorfahren dort so lebendig gehalten wird. Es wurden Geschenke untereinander ausgetauscht .

Das größte Geschenk aber brachte Brigitte Shackelton mit. Sie übersetzte zusammen mit ihrer Schwester das Buch Entwurzelt aus Preussen – Verpflanzt nach Amerika und machte es der Heimatstube Bergholz und dem Museum Brüssow zum Geschenk.

Die deutsche Übersetzung ist nicht verkäuflich und ein Einzelstück. Man kann aber jederzeit im Museum Brüssow darin lesen und interessierte Besucher finden viele Geschichten über Wallmow, Brüssow, Plöwen und Bergholz.

 

Museumsbeirat Brüssow im September 2012 M.G.

Foto zu Meldung: Entwurzelt aus Preussen - Verpflanzt nach Amerika

Wiedereröffnung des Brüssower Heimatmuseums

(17.05.2009)

Der 17. Mai 2009 war für unsere Kleinstadt ein ereignisreicher Tag. Der Künstler Volkmar Haase hatte der Stadt anlässlich der 750-Jahrfeier eine Skulptur mit dem Namen "Skylla" zum Geschenk gemacht. Diese wurde an diesem Tag enthüllt  und wird fortan den Brüssower Marktplatz schmücken. Die Gestaltung der Gesamtanlage war durch die Sparkasse Uckermark/Prenzlau finanziert worden. Die elektrischen Anlagen zur Beleuchtung waren eine Sponsorleistung der Firma  Elektro - Rakow.

 

Das zahlreich erschienene Publikum sammelte sich dann vor dem Museum, denn als zweiter Höhepunkt des Tages stand die Wiedereröffnung des Museums nach umfangreichen Renovierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen an.

Ein Programm der Brüssower Singegemeinschaft bildete den Auftakt.  Museumsleiter Günter Trester sprach einleitende Worte zur Entwicklung des Museums und dessen Umgestaltung.

Bürgermeister Michael Rakow dankte den fleißigen Helfern, welche es geschafft hatten, zum vorgesehenen Termin die Wiedereröffnung zu ermöglichen. Erwähnt wurden hier besonders Günter Trester als Leiter des Museums, Margit Glowe und Elfi Gnodtke, sowie Gisela Müllenhagen. Besondere Erwähnung fand Marina Biederstedt von der Brüssower Landwirtschaftlichen Produktionsgesellschaft. Durch ihre finanzielle Zuwendung konnte vieles ermöglicht werden.

 

Die Begründer des Museums waren im Jahre 1964 die Brüder Ernst und Erich Kesten. Die Enkelin von Erich Kesten-Gisela Müllenhagen- enthüllte an diesem Tag eine Gedenktafel. Sie enthält Daten zur Geschichte des Hauses von seiner Erbauung als evangelisch-altlutherische Kirche (Altlutheraner) im Jahre 1859  und seiner Nutzung als Gotteshaus bis zum Jahr 1915, zur zwischenzeitlichen Nutzung als Lagerraum für die „Adler-Apotheke" bis zur Eröffnung als „Heimatmuseum Brüssow" am 22. November 1964. Angezeigt werden Zeiten von Instandsetzungsarbeiten und damit verbundenen Schließungen des Museums bis hin zum Kauf des Gebäudes durch die Stadt Brüssow im Jahre 1997. Als letzte Information ist der Tafel die gerade erfolgte Renovierung und Umgestaltung zur 750- Jahrfeier zu entnehmen.

 

Nachdem durch Vertreter des Jugendklubs ein Getränk aus diesem Anlass der Wiedereröffnung gereicht wurde kam die offizielle Eröffnung. Das Museum zeigte sich den Besuchern im  neuen Outfit.

 

Ansprechend gestaltete Wände zeigen die Entwicklung Brüssows auf. Themen wie Ur -und Frühgeschichte, die Zeit der Slawen und Deutschen, das Schulwesen, die Geschichte der Stadt, Berichte über die Zeit von Stegelitz bis Mackensen, Brüssower Vereine, Handwerk und Gewerbe finden sich hier auf ansprechenden Tafeln.

 

Neu aufgenommen wurde die Ausstellung zur Auswanderung der Altlutheraner im Jahre 1843 unter dem Thema „Nach Amerika, ins Land der Freiheit!" Sie ist für Brüssow besonders interessant, da Nachfahren der Auswanderer aus Amerika bereits zweimal ihr Interesse bekundeten, die Stätten aus denen ihre Vorfahren einst auswanderten, kennen zu lernen und persönliche Spuren zu finden. Bereits Marga Müller, welche von 1984 bis 1998 das Heimatmuseum mit aufbaute und leitete, zählte zu ihren wohl schönsten Besuchen den von über 30 Gästen aus den USA. Am 21. September 2008 besuchte wiederum eine Gruppe aus Amerika Brüssow und Orte aus denen die Vorfahren stammen. Zu diesen gehören Wallmow, Bergholz, Caselow, Grimme, Plöwen, Schwaneberg und andere. Hierbei konnten Erfahrungen ausgetauscht und Beziehungen geknüpft werden. Wir wissen heute, dass über Generationen in den Orten Amerikas, welche nach den Orten aus denen die  Auswandererkamen benannt wurden wie Neu -Wallmow oder Neu-Bergholz das „Uckermärker Platt" gepflegt wurde. So finden sich unter anderem auch Gedichte auf Plattdeutsch in diesem Bereich der Ausstellung wieder.

 

Bis buchstäblich zur letzten Minute kam Material zu den Nachforschungen zum sogenannten  Katteschwert im Museum an. Die Geschichte des Katteschwerts, ein Richtschwert, mit welchem Hans-Hermann von Katte im Jahre 1730 enthauptet wurde, ist eine ebenfalls interessante Geschichte, welche es im Museum zu erforschen gibt. Das besagte Richtschwert aus Brüssow gehört ohne Zweifel zu einem der wertvollsten Exponate des Märkischen Museums zu Berlin (Kreis Uckermark). Hans -Hermann von Katte wurde am 6.11.1730 im Beisein des Kronprinzen Friedrich, des späteren Friedrich II. hingerichtet. Katte hatte Friedrich bei einem Fluchtversuch geholfen. („Sogenanntes" Katteschwert deshalb, weil  noch ein zweites Schwert existiert, für das der Anspruch erhoben wird, das Hinrichtungswerkzeug bei der besagten Enthauptung gewesen zu sein.  Dieses andere Schwert  befindet sich im Stadtmuseum zu Brandenburg. Es ist aber wegen der Wichtigkeit der Hinrichtung auch möglich, dass zwei Scharfrichter anwesend waren.)

 

Nicht alle Eindrücke können bei einem einmaligen Museumsbesuch verarbeitet werden. Besuchen sie uns wieder.

 

Auch die gerade erschienenen „Beiträge zur Geschichte der Stadt Brüssow" sind hier käuflich zu erwerben.

Foto zu Meldung: Wiedereröffnung des Brüssower Heimatmuseums