Kirche Tornow

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Die Kirche ist ein kleiner Feldsteinbau aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts, architektonisch interessant der Ostgiebel aus Backsteinen. 1728 wurden die Fenster und das Innere verändert und der Turm in seiner jetzigen Gestalt errichtet. Die Wetterfahne trug diese Jahreszahl. 1957 wurde der Turm repariert und neu mit Schiefer eingedeckt. 1964 erfolgte die Elektrifizierung der Kirche, es wurde eine Beleuchtung und eine elektrische Bankheizung installiert. Dann tat sich lange Zeit nichts. Staub machte den Kirchenraum grau und wenig einladend (1937 war die letzte Ausmalung). Gottesdienste fanden nur noch selten statt. Erst 1987, als das Kirchendach neu eingedeckt wurde, erwachte in der Gemeinde das Interesse an ihrer Kirche. 1991 wurde eine umfassende Sanierung in Angriff genommen. Mit Hilfe von ABM-Kräften, Zivildienstleistenden, Fördermitteln und vielen Spendern und Helfern wurden die Kirchen des Pfarrsprengels Schönfeld, zu dem auch Tornow gehört, instand gesetzt. Die Tornower Kirche wurde von innen und außen saniert, restauriert und neu gestrichen. Ein tragender Balken des Turmes mit der Aufschrift „Jakob Sigismund von Holzendorf adificavit 1728“ wurde zuerst ausgewechselt, weil er, alt und morsch geworden, die Last nicht mehr tragen konnte. Die Aufschrift wurde auf den neuen Balken übernommen. Ein weiterer Balken und die gesamte Holzdecke mussten erneuert werden. Der Innenraum erhielt einen neuen Farbanstrich und viele Details wurden in mühevoller Kleinarbeit in alter Schönheit wiederhergestellt. In den 80er Jahren hatten sich auch wieder Schäden am Turm bemerkbar gemacht. Die obere Turmspitze hatte einen Knick, durch den ständig Regenwasser eindrang. So erfolgte 1993 eine Reparatur, deren Kosten teilweise durch Fördermittel aus Potsdam sowie durch Spenden der Tornower und des Rotary-Clubs aus Mannheim gedeckt wurden. Am 07. Oktober 1993 ist die Kugel des Kirchturms gefüllt und anschließend die Spitze mit Wetterfahne und Stern aufgesetzt worden. Inhalt der Kugel ist ein „Tagesgruß“ des Gemeindekirchenrates, ein aktueller Gemeindebrief, eine Namensliste aller Spender, die sich am Aufbau der Tornower Kirche beteiligten, ferner ein Bild mit einem Großteil der Einwohner, eine Tageszeitung und Münzen. Die Wetterfahne trägt die Jahreszahl 1728, das Jahr der Errichtung des Turmes; und 1993, dem Jahr des Abschlusses der Bauarbeiten an Kirche und Turm. So wurde die Kirche zu einem Schmuckstück, an dem die Tornower und ihre Besucher ihre Freude haben. Das beherrschende Stück in dem kleinen Kirchenraum ist der barocke Kanzelaltar, der nach der Renovierung wieder sehr schön zur Wirkung kommt. An der Kanzel und dem Kanzelbehang ist das Lindenbergsche Wappen zu sehen, am Behang mit den Initialien „F.L. 1845“. Die Orgel wurde am Sonntag, dem 07. Februar 1909 eingeweiht. Nach dem Krieg wurde die Orgel noch einmal repariert. Jetzt ist sie nicht mehr brauchbar. Die Glocke im Kirchturm ist ein besonderes Kleinod. Sie ist die älteste Glocke der Uckermark. Die Inschrift besagt, dass sie am 09. Juli im Jahre 1276 gegossen wurde. Jahrhunderte hindurch tat sie ihren Dienst und blieb von Kriegsereignissen verschont. Im letzten Krieg wurde sie, mündlichen Überlieferungen zufolge, versteckt.