Historischer Stadtrundgang Brüssow

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Im Jahre 1964 richteten die Brüder Kesten in der früheren altlutherischen Kirche (erbaut 1859) ein Heimatmuseum ein. 1984 wurde das kommunale Gebäude mit neogotischem Griebel restauriert. Die sehenswerte Sammlung besteht vor allem aus Spenden und Schenkungen der Einwohner der Umgebung. Dokumente und Ausgrabungsstücke belegen die Ur- & Frühgeschichte der Region. Viele Einrichtungsgegenstände und diverser Hausrat geben Einblicke in die damaligen Lebensumstände. In dem 1768 im Fachwerkstil erbauten Schul- und Küsterhaus wurden die Brüssower Kinder 140 Jahre unterrichtet. Die Räume waren klein und mit zunehmender Kinderzahl wurden die Bedingungen immer schlechter. Die Kinder wurden aufgeteilt und im Schichtrhythmus unterrichtet. 1947 zog die Schule ins ehemalige Gutshaus ein. Wissenwert: Der bekannte uckermärkische Heimatdichter Max Lindow nahm 1896 seinen Dienst als Lehrer hier in dieser Schule auf. Die Kirche, ein frühgotischer Feldsteinbau, wurde aus imposanten Feldsteinen im 13. Jhd. Erbaut. 1634 wurde die Kirche durch die Einwirkung des 30jährigen Krieges zerstört und blieb jahrzehntelang beschädigt. Nach Wiederaufbau weihte man die Kirche der ,,Heiligen Sophia“. Die Windfahne trägt die Jahreszahl 1705. Bedeutsam sind der Renaissance – Altar und die Schuke – Orgel. (Besichtigung der Kirche nach Absprache möglich). Der kleine historische Marktplatz ist das Zentrum der Stadt. Die Pflasterfläche für Marktstände wurde 2002/03 restauriert und steht unter Denkmalschutz. Eine Besonderheit sind die großen ,,Grenzsteine“ für die Stände. Hierfür wurden immense Feldsteine genutzt. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten wurde auch die ,,Kaisereiche“ wieder gepflanzt. Die vom Markt wegführende Sackgasse in Richtung Stadtmauer, wird im Volksmund ,,Entenarsch“ genannt. Im 14. Jhd. Wurde um die Stadt eine 4m hohe Mauer errichtet, die durch 3 bewachte Tore: Prenzlauer-, Stettiner-, und Berliner Tor, passierbar war. In die Stadtmauer waren ebenfalls Wiekhäuser eingebaut. Das Herrenhaus wurde in den Jahren 1710 – 1720 erbaut und gehörte der Familie Friedrich von Ramin. 1947 zog die Schule ins Gutshaus ein. Die Turmruine stammt aus dem 13. Jhd. Auf einer natürlichen Anhöhe erbaut, diente der Turm als Befestigungsanlage. Heute sind auf dem Hügel noch Reste eines Rundbaus aus Feldsteinen zu sehen. Möglich ist, dass hier noch weitere Gebäude standen. In Tausenden Stunden freiwilliger Arbeit als Nationales Aufbauwerk, erschufen Brüssower Einwohner 1962 die Badeanstalt. 1967 wurde die Freilichtbühne übergeben, die ebenfalls über das NAW entstand. Damit erhielten die Brüssower und deren Besucher zwei schöne Objekte der Naherholung. Dazu kam in den 70er Jahren der Zeltplatz.