In der Brüssower Chronik geblättert - Teil 2

Brüssow, den 24.03.2011

In dem 1786 von Mörschel veröffentlichtem Werk "Geschichte der Mark Brandenburg" steht, dass es 1590 in der Mark Brandenburg allein 37 wüste Feldmarken in der Grafschaft Ruppin gab. Vierzehn märkische Städte und Flecken gab es 1786 nur noch als Dörfer. In der Brüssower Chronik steht: "Die Haupturschae des Verfalls und Aufhörens so vieler Ortschaften rührt unstretik aus dem 30-jährigen Kriege, aus den Fehden oder vielmehr Räubereien des 13., 14. und 15. Jahrhunderts, aus der damals oft auftretenden Pest und Unfruchtbarkeit des Landes. Alles dies veranlasst zu glauben, es habe die Mark Brandenburg in alten Zeiten mehr Dörfer und überall mehr einwohner gehabt, als jetzt." In dem Buche "Geschichte der Uckermark", nach Urkunden bearbeitet von de la Pierre, französisch-reformierter Prediger in Battin, wird das Städtchen Brüssow vielfach erwähnt. Er schreibt: Als der falsche Waldemar sich in der Mark einstellte, drang Herzog Barnim von Pommern in die Uckermark und gewann Pasewalk, Prenzlau, Brüssow und andere Orte. 1354 wurde laut Urkunde, zu Oderberg am 6. April ausgestellt, vom Markgrafen Ludwig II. der Teil der Uckermark, welcher zwischen Randow und Oder einerseits, und einer Scheidelinie von Zerrenthin aus über Caselow, Fahrenwalde, westlich von Brüssow nach wallmow in gerader Richtung nach Gramzow und Angermünde geht, an Pommern abgetreten. Weiter heißt es in der Biechtlerschen Chronik, 1469 wurde in dem Kampfe Friedrich II, genannt Eisenzahn, Pasewalk von den Brandenburgern vergeblich belagert. Nicht besser erging es dem Kurfürsten vor Ueckermünde. Bei seinem eiligen Rückzuge, der die richtung auf unser Städtchen nahm, folgten ihm die Pommern, verheerten plündernd Strasburg, Brüssow und andere Städte und Flecken, ließen die Mauern abbrechen, drangen bis Gramzow vor und verbrannten viele Dörfer.

Die Verwüstungen waren so groß, dass viele Orte, so schreibt Kanzow, 50 oder 60 Jahre nach diesen ereignissen, sich noch nicht haben erholen können, und dass überall wüste Kirchen stehen und Feldmarken, die gar mit großen Bäumen bewachsen sind. Zehn Jahre später wurde zu Prenzlau Friede geschlossen. Brüssow war wieder brandenburgisch. Unter dem Adel dieser Zeit in hiesiger Gegend kommen vor, die Familien von der Schulenburg, von Berg, von Hohenstein, von Arnim, von Ramin, von Stülpnagel, die in den Besitz von Schönfeld und Kleptow kamen, welcher Besitz ihnen 1468 als offenwerdende Lehn derer von Brüssow verschrieben wurde.